Heutzutage lässt praktisch jeder, der ein Unternehmen gründet, auch eine Website erstellen — als digitale Visitenkarte oder mit konkreten Zielen: Verkäufe, Anfragen, Imageaufbau. Wenn wir den Auftrag an eine Agentur oder eine Firma vergeben, vergessen wir jedoch oft zu sagen, welchen Zweck die Website erfüllen soll und welche Aufgaben sie übernehmen muss — und die Firmen fragen der Einfachheit halber manchmal gar nicht erst nach.
Deshalb kommt es einige Zeit nach der Fertigstellung und Übergabe einer solchen Website zur Ernüchterung — und zu den Fragen: Was habe ich falsch gemacht? Ich habe doch eine Website, sie ist schön, genau so, wie ich sie wollte, aber niemand meldet sich bei mir. So viel Zeit ist vergangen, und es kamen gerade einmal ein paar E-Mails und Anrufe. Wo liegt der Fehler?
Kurz gesagt
Eine Unternehmenswebsite bringt meist aus wenigen Gründen keine Kunden: Niemand findet sie (kein SEO, kein Traffic), sie wurde für den Inhaber statt für den Kunden und ein konkretes Ziel gebaut, es fehlt ein klares Angebot oder ein Call-to-Action, oder sie lädt langsam und funktioniert auf dem Smartphone schlecht. Die bloße Präsenz im Internet reicht nicht — eine Website braucht Traffic (SEO oder Werbung), eine klare Botschaft und einen Pfad, der den Besucher zur Kontaktaufnahme oder zum Kauf führt.
Wir bauen Websites für uns selbst — nicht für den Kunden und ein konkretes Ziel
Häufig kommt es zum klassischen Fall, dass der Chef von seiner eigenen Website oder Projektvision begeistert ist. Der Kunde kommt mit einem ganz konkreten Entwurf im Kopf, der jedoch oft weit von aktuellen Standards entfernt und mit unnötigen Elementen überladen ist — was sich negativ auf die Wahrnehmung durch die Besucher und durch Google auswirkt.
Dann bleiben zwei Möglichkeiten: die Website genau so umsetzen und das Geld einstreichen — oder mit dem Kunden sprechen, die eigenen Einwände darlegen und an konkreten Beispielen zeigen, dass es besser geht. Sehen Sie sich die häufigsten Fehler beim Gestalten einer Website an.
Komplizierte Bedienung und unübersichtliches Design
Es kann sich herausstellen, dass Ihre Website oder Ihr Onlineshop schlicht zu kompliziert und nicht intuitiv ist. Die Besucher verlassen die Seite schnell wieder, ohne eine konkrete Aktion auszuführen. Das lässt sich leicht überprüfen: Öffnen Sie Google Analytics und verfolgen Sie, wie sich die Nutzer auf der Seite bewegen. Wenn Sie 100–300 Besuche pro Tag haben, aber keine Verkäufe oder Anfragen, prüfen Sie die Absprungrate. Liegt sie hoch — bei 40 % oder mehr — kann das bedeuten, dass die Besucher nicht finden, was sie erwarten, oder dass ihnen das Design Ihrer Seite nicht zusagt und sie sich dort nicht zurechtfinden.
Eine veraltete Website
Wenn Sie das Bild eines seriösen Unternehmens vermitteln wollen, achten Sie sicher darauf, dass Ihr Büro, Ihr Gebäude oder Ihr Geschäft bestmöglich aussieht. Sie tauschen Möbel und Geräte aus, streichen neu, ordnen die Ware um, um den Verkauf anzukurbeln — warum vergessen Sie dann Ihre Website? Sie ist Ihr Aushängeschild im Internet, rund um die Uhr für jeden erreichbar. Wenn sie veraltet ist und durch ihr Erscheinungsbild abschreckt, baut das gewiss kein positives Image Ihres Unternehmens auf.
Die Website ist nicht RESPONSIV (RWD)
Wenn Ihre Website nicht für Mobilgeräte optimiert ist, können Sie sicher sein, dass Ihnen ein großer Teil der Kunden verloren geht. Erstens belohnt Google Websites, die auf unterschiedlichen Geräten gut funktionieren. Ist Ihre Seite also nicht mobiloptimiert, die der Konkurrenz aber schon — und nehmen wir an, alle übrigen Bewertungsfaktoren sind gleich —, dann ist es so gut wie sicher, dass Ihre Konkurrenz in den Suchergebnissen höher erscheint als Ihre Website.
Der zweite, sehr wichtige Grund, sich um eine für verschiedene Mobilgeräte optimierte Website zu kümmern: Immer mehr Menschen surfen und kaufen über diese Geräte. Es sind vor allem Konsumenten, die schnell eine konkrete Lösung brauchen oder gerade einen Moment Zeit haben, um Produkte zu durchstöbern, die sie kaufen möchten. Es lohnt sich also, diesen Traffic mitzunehmen und mobilen Nutzern ein komfortables Surferlebnis zu bieten.
In offiziellen Mitteilungen erklärt Google, dass die Mobilfreundlichkeit einer Website zu den wichtigsten Faktoren gehört, die bei der Bewertung einer Seite in Bezug auf SEO berücksichtigt werden.
Optimieren Sie Ihre Website
Eine gut optimierte Website ist die Grundlage:
- Sorgen Sie dafür, dass die Seite schnell lädt. Optimieren Sie Grafiken und reduzieren Sie unnötiges JS und CSS.
- Schreiben Sie Inhalte in der Sprache des Nutzens.
- Ermöglichen Sie schnellen Kontakt über verschiedene Kanäle, z. B. einen Chat.
- Achten Sie auf hochwertige Grafiken.
- Platzieren Sie Kontaktformulare auf den Unterseiten (jedes Formular mit eigener Kennung — das zahlt sich bei Kampagnen aus).
- Beschränken Sie die Anzahl der Felder im Kontaktformular und im Bestellprozess auf das Minimum.
- Prüfen Sie nach jedem Update, ob alles funktioniert — ob die Kontaktformulare senden und der Kaufprozess abgeschlossen werden kann.
Ich komme auf die Seite und weiß sofort Bescheid
Sobald ein Besucher auf der Website landet, muss er sehr schnell eine klare Antwort auf seine Google-Suchanfrage erhalten. Auch wenn er nicht direkt auf der Unterseite gelandet ist, die seine Frage beantwortet, sollte er dank einer gut strukturierten Seite und klarer Inhalte zügig weiterkommen und herausfinden, ob das Unternehmen seine Dienstleistung erbringen kann oder das passende Produkt für ihn hat.
Mir ist es schon passiert, dass ich auf Websites gelesen habe, womit sich die Firma beschäftigt, welche Auszeichnungen sie hat usw. — und trotzdem nicht herausfinden konnte, was sie eigentlich tut und wobei sie mir helfen kann. Ein Fehler ist meiner Meinung nach auch eine zu fachsprachliche Ausdrucksweise, die für Kunden unverständlich ist — sie müssen schließlich nicht alle Branchenbegriffe kennen.
Keine Verbindung der Website mit Social Media
Vielleicht erfordern die Produkte oder Dienstleistungen, die Sie anbieten, mehr Zeit bis zur Kaufentscheidung und brauchen die Bestätigung durch den sogenannten Social Proof — den Vertrauensbeweis durch andere Menschen. Genau über Social Media können Sie zeigen, wie viele Menschen Ihnen vertrauen oder Ihre Dienstleistungen und Produkte genutzt haben und dies in ihren Bewertungen bestätigen — dadurch wächst Ihre Glaubwürdigkeit. Und wenn ein potenzieller Kunde noch nicht zum Kauf entschlossen ist und die Entscheidung aufschiebt, besteht die Chance, dass er Ihr Profil liked und Ihnen folgt — so können Sie eine dauerhafte Beziehung aufbauen. Auf den Pixel und Facebook Ads sowie die Möglichkeiten, die die Integration von Facebook mit der Website eröffnet, gehe ich hier nicht ein — das ist ein Thema für einen eigenen Beitrag.
Keine Buttons oder Bereiche — kein Call-to-Action (CTA)
Ein häufiges Problem auf Websites ist das Fehlen einer klaren Handlungsaufforderung — einer deutlichen Ermunterung des Besuchers zu einem bestimmten Schritt. Das kann die Anmeldung zum Newsletter sein, ein Verweis auf die Kontaktseite oder ein Kontaktformular. Daran ist nichts Schlimmes — im Gegenteil: Wir zeigen dem Nutzer klar, was wir von ihm erwarten, und machen es ihm leicht, die Aktion auszuführen.
Keine vertrauensbildenden Elemente
Beim Kaufen oder Bestellen im Internet tauchen oft Bedenken auf, ob die bestellte Dienstleistung oder Ware überhaupt ankommt oder die Erwartungen erfüllt. Deshalb ist es wichtig, Elemente einzubauen, dank derer der Kunde Ihnen vertrauen kann.
Elemente, die Vertrauen aufbauen:
- Handelsregisternummer, USt-IdNr., Firmenanschrift
- Einblicke in Firmensitz, Büro oder Werkstatt
- Kundenbewertungen und Referenzen
- Logos von Unternehmen, die mit Ihnen zusammenarbeiten — Partner oder Kunden
- Erwähnungen in den Medien, Berichte von Firmenevents
- Eine Übersicht der Erfolge, Diplome, Zertifikate
- Interessante Artikel, die das Image eines Branchenexperten aufbauen
Solche Elemente stärken das Vertrauen der Nutzer in Sie oder Ihr Unternehmen. Es lohnt sich, auf sie zu achten — besonders, wenn Sie hochwertige Produkte verkaufen oder Dienstleistungen anbieten, bei denen Sie belegen müssen, dass Sie den Auftrag erwartungsgemäß ausführen.
Kein Messen, nur Raten
Ein sehr häufiger Fehler — sichtbar auf Kundenwebsites und überall im Netz: Die Website sammelt keinerlei Daten über ihren Traffic. Wenn wir nicht wissen, wer uns besucht, woher die Besucher kommen, welche Seiten sie ansehen und an welcher Stelle sie die Seite verlassen, dann arbeiten wir im Blindflug und können unsere Maßnahmen weder planen noch verbessern, weil uns jede Grundlage fehlt.
Den Website-Traffic nicht zu messen, ist für mich kaum nachvollziehbar, denn es gibt jede Menge hervorragender und kostenloser Tools. Das beliebteste ist natürlich Google Analytics — wenn Sie es noch nicht haben, unterbrechen Sie die Lektüre dieses Textes und richten Sie es genau jetzt ein, verlieren Sie keine Zeit. Dieses Tool hilft uns auch dabei, jede Marketingkampagne zu messen — online wie offline. Ich arbeite seit vielen Jahren im Marketing, und eine gute Datenanalyse kann so viel ans Licht bringen, dass wir ohne sie deutlich weniger wirksam sind. Installieren Sie das Tool, machen Sie sich damit vertraut und finden Sie heraus, wer Ihre Website am häufigsten besucht, woher die Besucher kommen — und warum sie nicht konvertieren.
Zu hohe Erwartungen
Ein häufiger Fehler sind auch überzogene Erwartungen an die Website allein. Heutzutage hat praktisch jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, eine eigene Website, während die Zahl der Plätze in den Suchergebnissen begrenzt ist. Wenn wir die Website nicht durch Marketingmaßnahmen unterstützen, kann es passieren, dass sie sich gegen die Konkurrenz nicht durchsetzt und der Traffic niedrig bleibt. Wer zudem in einer Nischenbranche tätig ist oder ein lokales Geschäft betreibt, muss damit rechnen, dass die Menschen vor Ort zu bewährten Firmen gehen, statt im Internet nach ihnen zu suchen. Wenn nur ein Teil der Menschen diese Produkte oder Dienstleistungen online sucht, kann sich herausstellen, dass dieser Traffic schlicht zu gering ist.
Zusammenfassung
Denken Sie daran, die Website für ein konkretes Ziel zu bauen und sie an diesem Ziel zu messen. Sorgen Sie dafür, dass die Seite so schnell wie möglich lädt, die Inhalte die Suchanfrage beantworten und die Grafiken fürs Web optimiert sind. Wenn Ihre Seite nicht mobiloptimiert ist — oder Google sie nicht als solche erkennt —, können Sie hohe Positionen vergessen. Wie Google Ihre Seite bewertet, prüfen Sie hier: https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/?hl=de — und ob sie als mobilfreundlich gilt, hier: https://search.google.com/test/mobile-friendly. Wenn Ihre Website alt ist, frischen Sie sie auf. Lassen Sie Ihre Kunden über Social Media mit Ihnen in Verbindung bleiben. Zeigen Sie ihnen, dass sie Ihnen vertrauen können. Messen und analysieren Sie das Verhalten der Nutzer auf der Seite. Wenn Sie Probleme erkennen, lösen Sie sie. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und hohe Conversion-Raten!
Ihre Website bringt keine Kunden? Finden wir gemeinsam heraus, warum
Jedes der beschriebenen Probleme lässt sich diagnostizieren und beheben. In der Marketingagentur SEMTAK beginnen wir mit Daten, nicht mit Raten:
- SEO-Audit Ihrer Website — wir finden die konkreten Ursachen für fehlenden Traffic und ausbleibende Conversions.
- Eine moderne Website — wenn die aktuelle veraltet oder nicht responsiv ist.
- Website-Optimierung (SEO) — systematische Arbeit an Ihrer Sichtbarkeit bei Google.